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Vortragsreihe "Formen Sehen
- Kunst Verstehen"
Baugeschichte und Design
Couven und seine Zeit
Kunstgeschichte zur Zeit des Barocks
4 Vorträge fanden von September bis Dezember 2009 statt
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Man schreibt das Jahr
1724. Ein junger Mann mit gepuderter Perücke wird beim Aachener Stadtrat
vorstellig. Er bekommt den Auftrag, einen Stadtplan zu zeichnen. Da ihm
das glänzend gelingt, erhält er daraufhin den Auftrag, das Aachener
Rathaus „zu modernisieren“.
Fortan erhalten die
Stuckateure deutlich mehr Aufträge als die Steinmetze. Jeder, der es
sich leisten konnte, ließ seine Fassade mit Schnörkeln verzieren.
Für den Kurort Aachen
waren dies blühende Jahre. Erlauchte Herrschaften, Lebenskünstler und
Diplomaten verfassen Verträge, gewinnen beim Glücksspiel und tanzen mit
den Kurtisanen. Das Kurleben und die Tuchmanufakturen erreichen einen
ihrer Höhepunkte. Aachen war sicherlich nicht tonangebend in Stilfragen.
Deshalb setzt der Barock hier zeitversetzt ein. Stadtbrand, Seuchen und
Kriege bestimmten die Entwicklungslinien der Kunst.
Die Termine im Einzelnen: |

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Am Freitag, 4. September 2009 wurde über
Rocailleschwung und Miedermode, Möbel und
Kleidung
gesprochen
Im Gegensatz
zu den Gebäuden sind viele Möbelstücke aus dieser Epoche erhalten
geblieben. Neben Einzelstücken kennt man sogar ganze Raumausstattungen
mit Einbauschränken und Wandverkleidungen aus Eiche oder Nussbaum.
Geschickte Schnitzer lösten die Fläche mit Schnörkel, Voluten und der
bekannten „Aachener Bohne“ auf. Die bewunderte prächtige Treppen aus dem
Roten haus in Monschau oder die bis ins kleinste Detail stimmigen
Kirchenräume in Eupen oder der Theresienkirche zeugen von einer
weitentwickelten Handwerkstradition.
Wer in der Alten
Redoute eine Gavotte tanzen wollte, der musste sich passend
ausstaffieren. Die wogenden Damenröcke ergänzten die hochaufgetürmten
Kunstwerke der Frisöre. Man liebte bunte Seiden und schimmernde schwere
Brokate. „Sage mir, was du trägst, und ich sage dir, wer du bist.“ In
der Zeit des Barocks konnte man den gesellschaftlichen Stand eines jeden
einzelnen an seiner Kleidung erkennen.
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am Freitag, 9.10.2009 wurde über
Glockenturm und Gartenpavillon - Architektur
gesprochen
Bei der neuen
Architektur hinkte Aachen ein „bisschen“ hinter Italien zurück. In
Zeiten der Not, nach dem verheerenden Stadtbrand und ohne fehlendes
Kapital dauerte es, bis man sich vom Gedankengut der Renaissance lösen
konnte. Johann Joseph Couven, Matthias Soiron oder Joseph Moretti hießen
die der ganzen Region Maas-Rhein einen charakteristischen Stempel
aufgedrückt haben.
Viele der von Ihnen
entworfenen Bauten, wie beispielsweise das Wespienhaus oder die Umbauten
des Aachener Münsters sind schon lange verschwunden. Manche für die
Epoche wichtige Bauten wie die Kirchen in Burtscheid wurden jedoch
minutiös rekonstruiert, so daß man sich heute noch leicht ein
umfassendes Bild von der Couvenzeit machen kann.
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am Freitag, 6.11.2009 wurde über
Collier und Chatelaine – Schmuck, Geschirr und Kunstgewerbe
gesprochen
Natürlich waren die
prächtigen Schmuckstücke wie Ketten und Kronen nicht für den
Landarbeiter oder den Hausweber, sondern nur für Kaiserinnen und Könige
gedacht. Sie sind über die Kriege und Unglücksfälle der folgenden
Jahrhunderte erhalten geblieben und schmücken nun die Vitrinen der
Museen und Schatzkammern. Seinerzeit funkelten die Colliers im Schein
der Kerzen.
Porzellan der
Barockzeit verbindet man ohne groß Nachzudenken mit den bedeutenden
Manufakturen in Meißen, Berlin und München. Viele Terrinen und
Prunkvasen waren viel zu schade, um benutzt zu werden. Die als
Tafelschmuck gedachten Porzellanfiguren ließen sich zu allerlei Szenen
arrangieren und bildeten die Schäferspiele im Kleinen ab.
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am Freitag, 9.12.2009 wurde über
Der Aachener liebt seinen Couvenstil
– der Nachbarock
gesprochen
Selbst mit dem
Einmarsch der Franzosen und dem damals bevorzugten klassizistischen Stil
hat man in Aachen und der Umgebung nie aufgehört, „à la Couven“ zu
bauen. Da gibt es die „Barockfabrik“, da gibt es prominente Villen an
der Nizza-Allee oder Kirchen bauten wie in Herzogenrath.
Selbst bei Häusern,
die eben mal 50 Jahre alt sind, entdeckt man die typischen Zierformen.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde es sogar modern, originale Schlussteine oder
Fenstereinfassungen als „Spolien“ an der neuen Fassade anzubringen.
Waren die im Fachhandel nicht mehr zu bekommen, ergänzte man das
Fehlende. Stuckbilder wurden in neuen Salons eingebaut und neobarocke
Grabsteine findet man auf vielen der Aachener Friedhöfe.
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