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Vortragsreihe "Formen Sehen - Kunst Verstehen"
Baugeschichte und Design

Das Biedermeier -die Welt des Bürgertums:

zwischen Wiener Kongreß und Märzrevolution


4 Vorträge   haben von März bis Juni 2010 stattgefunden.

Zwei politisch-historische Daten rahmen eine Epoche: Auf dem Wiener Kongress von 1815 wurde das von Napoleon eroberte Europa neu aufgeteilt, Aachen und die Rheinlande wurden preußische Provinz. Die Revolution von 1848, die eine liberale Verfassung forderte, fand nicht nur in den großen Zentren Berlin und Frankfurt statt.

Die verschiedenen Kulturbereiche wurden von unterschiedlichen Strömungen berührt. Der "Vormärz" bestimmte die Literatur und die "Restauration" das politische Leben.

Das Biedermeier brachte neue Möbel, Kleider und kunstgewerbliche Gegenstände. Es ist ein Kunststil, der vor allem die privaten Lebensbereiche bestimmte; Paraden und öffentliche Galaempfänge waren eher selten. Dafür traf man sich in seiner häuslichen Umgebung und das Wohnzimmer wurde der wichtigste Ort im Haus. Hier saß die Familie zusammen, es wurde musiziert, vorgelesen, gehandarbeitet oder Scharaden aufgeführt. Der liebevoll herausgeputzte Weihnachtsbaum eroberte von den Biedermeier-Zimmern aus die weite Welt.

           

   

 

am Freitag, 26.03.2010, fand statt:

Möbel - Kommode und Canapé

Möbel aus dem Biedermeier sind über Jahrzehnte hinweg äußerst beliebt gewesen, denn ihr Erscheinungsbild war zurückhaltend und doch elegant, nach solider handwerklicher Tradition hergestellt. Die polierten Oberflächen aus Kirsch-, Nussbaum- oder Birnbaumholz strahlen eine anheimelnde Stimmung aus. Statt schwerer Buffets bestimmten Kleinmöbel das Bild der Wohnstuben; Schubladenkommoden und Sekretäre mit verschließbarem Schreibfach waren besonders beliebt. Selbst Nähtische und Notenständer waren liebevoll gestaltet und zierten wie kleine Skulpturen die Räume.

 

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am Freitag, 23.04.2010, fand statt:

Architektur - Giebeldreieck und Mäander

Die Architektur in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts konnte sich nur schwer von den repräsentativen Gesten lösen. Karl Friedrich Schinkel und die von ihm gegründete Oberbaudeputation wachte über Formen und Finanzen.

In Aachen entstanden damals Bauten wie Stadttheater, Elisenbrunnen und das Regierungsgebäude. Da sie von der öffentlichen Hand gefördert wurden, zitieren sie antike Elemente wie ionische Säulen oder Dreiecksgiebel.

Johann Peter Cremer oder Leydel und Ark bestimmten die privaten Bauauf-träge. Das ehemalige Ausflugsrestaurant "Belvedere" oder Haus "Eijene Kaiser Karl" sind die bekanntesten Beispiele.


              
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am Freitag, 21.05.2010, fand statt:

3.) Geschirr und Schmuck - Dessertteller und Diadem

Im Biedermeier umgaben  sich die Menschen gern mit schönen Dingen. Hinter die Glastüren des Vitrinenschranks stellten sie ihre Tassen und Freundschaftsbecher.

Das edle Porzellan aus den fürstlichen Manufakturen war reich mit goldenen Henkeln und Schnörkeln ausstaffiert. Tassen, Vasen und Teller wurden mit minutiös gemalten Bildern geschmückt. Sie zeigen beliebte Reiseziele, moderne Gebäude und Portraits von Dichtern und Künstlern. Besonders beliebte Geschenke waren Schmuckstücke aller Art. Für weit ausgeschnittene Kleider wählte man Ketten mit zierlich gefassten Edelsteinen. Für die hochgesteckten Locken gab es besondere Kämme aus Schildpatt oder silberne Haarpfeile.
 

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am Freitag, 18.06.2010, fand statt:

4.) Mode - Schute und Sonnenschirm

Beim berühmten "Wiener Kongress", der ja nicht nur ein politisches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges war, prägten noch die Kleider der französischen Kaiserinnen das Bild. Doch die fließenden Kleider mit den sehr hoch sitzenden Taillen des Empires wurden bald durch die gebauschten Röcke  der Wienerinnen abgelöst. Die Damenwelt bevorzugte neue Stoffmuster; sie lieferten beispielsweise auch die Tuchfabriken aus Monschau und Aachen. Die Herren hingegen zwängten sich in ein Hemd mit Stehkragen. Gehrock und lange Hosen gehören seit dieser Epoche zur Standardgarderobe; Frack, bestickte Seidenwesten und Kniehosen hingegen verschwanden aus dem Straßenbild.
 

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