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Studienfahrt nach Berlin
Hauptstadt im Wandel
Termin war:
15.Mai
bis 20. Mai 2006


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In Berlin
liegt alles dicht beisammen.
Allerdings
kommt man, wie Sie richtig vermuten, ohne öffentliche Verkehrsmittel
nicht so richtig weiter.
Dicht beieinander meint daher auch nicht die räumliche Nähe, den Abstand
zwischen zwei Punkten. Vielmehr die historisch gewachsene Nachbarschaft.
Wer sich vornimmt, nur von einem prächtigen Stadtpalais zu einer
imposanten Kirche zu wandern, kommt automatisch an einem Merkpunkt für
jüngere und jüngste Geschichte Deutschlands vorbei.
Gründerzeitliche Wohnblocks erinnern an das Elend der Hinterhöfe.
Steingewordene Bauten der Zwischenkriegsjahre belegen, wie wenig
funkelnd die „Goldenen Zwanziger“ für die Arbeiter und kleinen Beamten
gewesen sind.
Hier ein Rest des untergegangenen Tausendjährigen Reichs mit seiner
Gigantomanie auf der einen, die Morde an Juden und Kritikern auf der
anderen Seite.
Wiederaufbau, Stalinallee, Mauerbau, Wiedervereinigung,
Hauptstadtausbau, die gedankliche Kette reißt nicht ab.
Die Stadt bietet für jeden etwas, egal, ob es ein Bau-, ein Kunst- oder
Geschichtsbegeisterter ist.
Natürlich reicht eine
Woche nicht aus, um eine Stadt bis in ihren letzten Winkel
kennen-zulernen.
Der Besuch soll Ihre Lust auf´s Wiederkommen wecken: auch wenn sie nicht
wie Hildegard Knef einen Teil Ihres Reisegepäcks zurücklassen. |







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Montag, 15. Mai 2006 Vormittags:
Anreise mit der Deutschen Bahn von Aachen her. Nachmittags: Preußens Krone. Das 19. Jahrhundert liebte es, seine
Kultfiguren in Erz zu gießen. Seither sitzt Friedrich II. auf seinem Lieblingspferd Condé
und herrscht über den Autoverkehr, der sich in ununterbrochenen Bahnen
„Unter den Linden“ herzieht. Schritt für Schritt passiert man deutsche
Geschichte: Zeughaus, Gruftkapelle, Kronprinzenpalais und Schloßbrücke.
An diesem geschichtlichen Ort ist Geschichte wohlfeil: was nicht mehr
paßt, wird abgebrochen, erst das Schloß, nun gar der Palast der
Republik, dessen Bau und dessen Asbestsanierung auch nicht grade billig
war. Und doch scheint das ganze Ensemble nur der Auftakt zu sein für ein
weiteres Highlight, die in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommene
Museumsinsel.
Dienstag, 16. Mai 2006 Vormittags:
Kirchen und Dome. Es muss schon eine ganz besonders fromme Stadt sein,
in der Pfarrkirchen wie Sand am Meer und noch dazu mehrere Dome stehen.
Die beiden schönsten flankieren ein Schauspielhaus und erheben seit
ihrer Rekonstruktion ein gepflastertes Rechteck zu einem der schönsten
Plätze der klassizistischen Architektur.
Als unsere Großeltern von dort zur Friedrichstraße eilten, um sich in
den endlosen Schaufenstern zu spiegeln, da dachte noch keiner an einen
anderen markanten Punkt: Checkpoint Charly mit seinen Schranken und
Wachhäuschen als Übergang für alliierte Personen. Nachmittags: Machtstrukturen. An der Wilhelmstraße ließen sich die Adligen nieder -
jedenfalls die, die es sich leisten konnten. Später nutzten
Staatsminister die Häuser. Hitler´s Reichskanzlei ist verschwunden,
Görings Luftfahrtsministerium zum „Detlev-Rohwedder-Haus mutiert. Was
einst bebaut war liegt brach: An Himmlers Machtzentrale und den Sitz der
Gestapo erinnert nur ein Ausstellung und eine Hügellandschaft.
Die sog. Ministergärten hingegen wurden bebaut: Hier entsteht das
Erinnerungsmal für die ermordeten Juden Europas.
Mittwoch, 17. Mai 2006 Vormittags: Überreste. Seit
13.August 1961 geht sie uns nicht mehr aus dem Kopf, die alles
zerschneidende Berliner Mauer, die Todesstreifen und Grenzpatrouillen.
Aber die „Mauerspechte“ haben inzwischen ganze Arbeit geleistet und die
Mauer pfundweise vermarktet. Heute braucht man Hilfskonstruktionen, um
sich zu erinnern: ein quer durch die Stadt verlaufendes Band doppelter
Pflastersteine und eine Versöhnungskapelle. Die anrührenden Szenen aus
der Bernauer Straße haben viele noch im Kopf, aber die Spuren verblassen
zusehens. Mit der verschwundenen Mauer verschwindet die Erinnerung an
ein dunkles Kapitel der Deutschen Geschichte. Nachmittags: Untergründe. Der
Begriff „Unterwelt“ lässt sich ganz unterschiedlich interpretieren. Doch
heute geht es wirklich hinab. Der Verein „Berliner Unterwelten e.V.“ hat
in einem nur teilweise genutzten U-Bahnhof in der Nähe vom Gesundbrunnen
alles zusammengetragen, was mit U-Bahn, Tunnelbau und Bunkern zu tun
hat. Von dort ist es nicht weit bis zum Humboldthain. Hier steht einer
der letzten imposanten Flakbunker aus dem II. Weltkrieg. Von seiner
Plattform haben alle „Gipfelstürmer“ einen Blick über die Stadt.
Donnerstag, 18. Mai 2006 Vormittags: Avant Garde Berlin ist
langsam und stetig gewachsen und von daher verwirrend-unübersichtlich.
Adolf Hitler und Albert Speer wollten alles neu gestalten und kamen über
die Planungen für „Germania“ nicht hinaus. In den 1950er Jahren fingen
begnadete Architekten zu Träumen an. Einige realisierte Bauten wie
Sharouns Philharmonie oder van der Rohes Nationalgalerie gehören noch
heute zu den Wallfahrtsorten eines jeden Architekturbegeisterten. Heute
ist auch diese Epoche ein Kapitel der Baugeschichte geworden. Nachmittags: Stadt-in-Stadt Immer
wenn es darum geht, eine Orte nach einem Prominenten zu benennen, gibt
es passende Straßen nur am Ortsrand. Aber hier, rund um den Potsdamer
Platz, gibt’s dazu Gelegenheiten. Denn bis auf den gründerzeitlichen
Kaisersaal, den Turm eines alten Weinhauses und eine der ältesten
Verkehrsampeln ist nichts älter als 15 Jahre. Ein Platz, an dem sich die
Zeitgenossen austoben. Millionen Tonnen von Beton und Stahl wurden
verbaut und alles mit einer gläsernen Hülle überzogen. Alles ist
überdimensional, selbst die Edelstahlwippen, vor denen selbst gestandene
Männer nicht halt machen können.
Freitag, 19. Mai 2006 Vormittags: Turm der Leere Seine Fassade
ist ein hochgeklappter Stadtplan, sein Grundriss ein zerbrochener
Davidsstern: das 1998 fertig gestellte Jüdische Museum von Daniel
Libeskind ist selber ein Ausstellungsstück. Man wird von der
Architektursprache gefangen genommen, genauso wie die im innern
aufbewahrten kostbaren Erinnerungsstücke an das facettenreiche jüdische
Leben in Berlin. Der Holocaust-Turm hingegen spricht eine deutliche
Sprache. Die Spuren verwischen, verlieren an Deutlichkeit und enden im
Nichts. Der Nachmittag nach dem Museumsbesuch war zur eigenen
Verfügung.
Samstag, 20. Mai 2006 Vormittags:
Lippenstift und Puderquaste Fast jeder, der mit der Eisenbahn nach
Berlin kommt, steigt am Bahnhof Zoo um. Es ist der selbe, wenn auch
aufgefrischte Bahnhof, an dem sich in den 1970ern Kinder für einen Joint
angeboten haben. Doch das Rad der Zeit dreht sich unaufhaltbar.
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sank in Trümmer.
Das KaDeWe mutierte zu einem aufgepeppten Konsumtempel der Postmoderne.
Und das Europacenter, gebaut als Nonplusultra der Mondänen Welt,
erscheint heute klein und in die Jahre gekommen: Dieser Lack ist ab. Nachmittags:
Rückfahrt mit der Deutschen Bahn nach Aachen. |
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Leistungen:
·Bahnfahrt 2. Klasse Aachen – Berlin -
Aachen
·5 Übernachtungen mit Halbpension im
Hotel Mercure Berlin Ost (Doppelzimmer mit Dusche/WC)
·
alle Eintrittsgelder, Führungen, Besichtigungen
· Wochenkarte für die öffentlichen
Verkehrsmittel
· sachverständige Leitung
·
Reisegruppe von ca. 25 Personen |
Zum
Veranstaltungskalender
duxitineris Dr. Ing.Holger A. Dux
Schumacherstraße 6; 52062 Aachen Tel: 0241/90 20 36
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